Luxus- oder Grundeinkommen?

[Aus gegebenem Anlass – an die …ähm… Leute, die schon wieder aus ihren Löchern kriechen und über den Artikel mosern, weil sie zwar vielleicht lesen können, aber eben leider nicht verstehen:
Nein, es geht in dem Artikel NICHT darum, wie hoch ein Grundeinkommen sein sollte, sondern darum, WAS mit einem Grundeinkommen abgedeckt sein soll/kann/muss.]

Es muss mehr darüber gesprochen werden, was in den Warenkorb gehört, wenn wir über »Existenzsicherung und Teilhabe« reden.
Denn nur, wenn ich einen vernünftigen Warenkorb habe, kann ich einen vernünftigen Wert für ein Grundeinkommen ermitteln.

Mal davon abgesehen, dass so ganz nebenbei im selben Diskussionszug über Klimaschutz und Sinnhaftigkeit von Inhalten und Mengen eines solchen Warenkorbes diskutiert werden sollte.

Und wir sollten dringend über die Frage diskutieren:
Was ist »Lebensvoraussetzung«, also Grundrecht, was sollte also Bestandteil eines Grundeinkommens sein und was ist Luxus und muss sich Jede/r selbst erwerbserarbeiten?

Diese Dinge werden viel zu wenig besprochen.
Andauernd liest man immer höhere Summen, die irgend ein Honk fordert, weil die teure Wohnung in Düsseldorf, das Auto und die Urlaubsreise mit im Grundeinkommen enthalten sein sollen – obwohl das alles gar nichts mit Existenzsicherung zu tun hat.

Und weil ich den Einwand schon höre:
Wer glaubt, ein Auto zu »brauchen«, weil er/sie sonst nicht seiner/ihrer Erwerbsarbeit nachgehen kann, der soll sich das doch vom Arbeitgeber finanzieren lassen – weshalb das die Gemeinschaft tragen soll, ist nicht einzusehen, hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun und auch nichts mit Existenzsicherung.
Alle Extrakosten, die unmittelbar erforderlich sind, einer Erwerbsarbeit nachgehen zu können, muss der Arbeitgeber tragen – so einfach ist das.
Soweit kommts noch, dass du deine eigene Fräsmaschine mit auf Arbeit bringen musst…

Du willst aber ein Auto?
Du willst aber in einer teuren Wohnung im Hamburger Hafenviertel leben?
Du willst aber verreisen, um (vorgeblich) andere Länder kennenzulernen – um dich dann dort aber nur vom örtlichen »Führer« von einem Tourinepp zum nächsten schleppen zu lassen, deinen Wanst am Pool zu braten, einen nach dem anderen all-inklusive-Billigverschnitt-»Drink« in deinen unersättlichen Hals zu schütten und gröhlst hirn- und haltlos die gaze Nacht in einem überfüllten »Club« herum, um dann zu Hause darüber zu prahlen, wie grandios dein »Urlaub« war?
Achja: Und die »lieben Kleinen« werden selbstverständlich im »Kidsclub« aufbewahrt, damit der wohl- und schwerverdiente Urlaub der ach so erholungsbedürftigen Eltern nicht gestört wird…

Das alles darfst du.

Dann aber geh erwerbsarbeiten und ruh dich nicht auf fremder Leute Arbeit aus und kassier nicht stumpf das Grundeinkommen – DAS soll dir nämlich nur »den Arsch freihalten«, damit du dich selbstbestimmt deinem Leben zuwenden kannst. Es soll dir aber nicht ermöglichen, luxuriös faul sein zu dürfen.

Du kannst in Kleinklönsdorf leben oder in München.
In München hast du dann evetuell Mühe »durchzukommen«.
In Kleinklönsdorf machst du dann aber vielleicht eine neue Geschäftsidee auf, weil dein Leben gesichert ist – und backst einfach nur leckere Brötchen fürs Dorf.
Und möglicherweise startet ja auch die Großfamielie mit vier Generationen unter einem Dach neu durch – dann brauchen wir weniger Kinderbewahranstalten und Altenabschiebe- und Sterbestationen.

Diese Diskussion brauchen wir:
Wie sinnvoll ist unser Lebensstil und was richtet er an – direkt in der Umwelt und als schlechtes Beispiel für Menschen in ärmeren Ländern?

Ruckzuck würde sich dann nämlich zeigen, dass ein Betrag ausreichend ist für ein Grundeinkommen, der wohl Vielen überraschend niedrig vorkommen dürfte.

Ich freue mich auf deine Meinung – nutz doch bitte unten die Kommentarfunktion oder schreib mir eine E-Mail.

Viele Grüße
Detlef Jahn

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