Nomen est omen

Ich habe gerade einen interessanten Screenshot auf Facebook gesehen, der mich dazu veranlasst, über diese Frage neu nachzudenken.

»Wenn die Worte nicht stimmen, dann ist das Gesagte nicht das Gemeinte. Wenn das, was gesagt wird, nicht stimmt, dann stimmen die Werke nicht. Gedeihen die Werke nicht, so verderben Sitten und Künste.
Darum achte man darauf, daß die Worte stimmen. Das ist das Wichtigste von allem.«
(Konfuzius (551-479 v.Chr.), chin. Philosoph, bestimmend für die Gesellschafts- u. Sozialordnung Chinas)
Quelle: http://www.zitate.de/db/ergebnisse.php?sz=4&stichwort=&kategorie=&autor=Konfuzius

Ich hatte ja bereits im Artikel »Wie kommt das Grundeinkommen in die Welt?« geschrieben:

Begrifflichkeiten

Bisher habe ich für das bedingungslose Grundeinkommen die Abkürzung »BGE« benutzt.
[…]
Aber seit ein paar Tagen beginne ich, das Thema neu zu erfassen und die Bezeichnung »universales Grundeinkommen« (uGE) als zutreffender zu empfinden. Dieser Begriff käme dann auch der international-englischen Bezeichnung »Universal Basic Income« (UBI, auch »Unconditional Basic Income« genannt) näher.
Unter Beobachtung der häufigen Neiddebatten wegen der erforderlichen Regeln für die Einfürung eines Grundeinkommens und vor allem wegen der immer wieder heftig geführten Diskussionen wegen des Wortes ›bedingungslos‹ scheint mir der Begriff »universales Grundeinkommen« (uGE) zutreffender zu sein.

Und bereits im Juli 2017 schrieb ich im Artikel »02: Was würdest Du tun…«:

Meist liest und hört man diesen Satz: »Was würdest Du tun, wenn für Dein Einkommen gesorgt wäre?« – auch ich habe ihn bis vor kurzem noch verwendet. Während meiner gedanklichen Vorbereitungen auf diesen Blog erkannte ich aber, dass er den gemeinten Kern der Sache verfehlt. Denn es geht uns, den Befürwortern eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE), nicht darum, den Menschen eine bestimmte Geldmenge zu geben, gewissermaßen als Erlös oder gar Entschädigung oder Bezahlung für irgendwas, z. B. ehrenamtliche Tätigkeit oder Kindererziehung oder Angehörigenpflege und Familienversorgung, weil solche bisher nicht finanziell honoriert und nicht gesellschaftlich dankend anerkannt, ja noch nicht einmal als Arbeit verstanden werden. Nein, das ist ein großes Missverständnis und ein schwerer Fehler in der Kommunikation der BGE-Verfechter. Der Sinn und das Ziel des Ganzen ist, den Menschen ein tatsächlich freies Leben zu ermöglichen – nicht mehr und nicht weniger. Und das BGE soll die Grundlage dafür sein, die Voraussetzung.
[…]
Was würdest Du tun, wenn für Dein Auskommen gesorgt wäre?

Nun hat Peter Zellmann in einer PDF, die das IFT – Institut für Freizeit- und Tourismusforschung veröffentlicht hat, etwas sehr Interessantes geschrieben, was mir noch sehr viel besser gefällt (stark verkürzt auf das hier Wesentliche):

Verändert die Überschrift das Verständnis?

Das BGE ist dem Sinne nach eine BLG

Was die Initiatoren des Projekts BGE (bedingungsloses Grundeinkommen) eigentlich meinen, ist eine »bedingungslose Lebensgrundlage« (BLG).

Der Begriff »Einkommen« ist zu sehr an das Verständnis von industriezeitalterlicher [bezahlter] Erwerbsarbeit gebunden. Seine Verwendung im Zusammenhang mit »bedingungslos« kann und wird daher nicht funktionieren.

Trotzdem, das »Projekt BGE« ist mehr als eine realistische Utopie, nennen wir es daher BLG.

Das finde ich sehr zutreffend.

Das »bedingungslose Grundeinkommen« wird bisher tatsächlich völlig falsch bezeichnet und ist seinem Zweck entsprechend in Wahrheit eine »bedingungslose Lebensgrundlage« – eine BLG.

Um im Englischen die gleiche Abkürzung wie im Deutschen verwenden zu können, ist es vielleicht besser, einen Begriff zu verwenden, wie »universale Basis zum Leben« (UBL → »universal basis of life«) oder, was mir noch besser gefällt: »universale Basis für ein freies Leben« (UBFL → »universal basis for a free life«)

»universal« → »allumfassend«, bezogen auf den Personenkreis und auf die Höhe der Bedarfsabdeckung

»Basis« → »Grundlage«, bezogen auf die Höhe der Bedarfsabdeckung (also kein Luxus, was auch immer das heißen mag – das muss natürlich besprochen werden)

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Viele Grüße
Detlef Jahn

Hier ist die englische Version.

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3 Gedanken zu „Nomen est omen“

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