Replik auf Sattelberger: Für viele könnte das Grundeinkommen zur Falle werden

Sehr geehrter Herr Sattelberger,

zuerst möchte ich mich herzlich bedanken, dass sie ihre Meinung zum bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) geäußert haben, weil mir das Gelegenheit gibt, darauf zu antworten.

Ich werde mich auf folgende Veröffentlichung in der FOCUS vom 14.8.2017 beziehen: http://www.focus.de/finanzen/experten/angst-vor-job-sterben-fuer-viele-koennte-das-grundeinkommen-zur-falle-werden_id_7470234.html

»Lemmingen gleich reihen sich gerade viele ein, um mit der Erlösungsideologie BGE wie im Mittelalter Ablasshandel zu betreiben oder um nicht weiter über die Zukunft nachdenken zu müssen.«

Schade, dass sie gleich zu Beginn so deutlich zeigen, welche Denkrichtung sie verfolgen: sie wollen dem Grundeinkommen gar nicht offen gegenübertreten, sondern lehnen es grundsätzlich ab.

Das ist okay.

Nicht okay ist, dass sie durch ihre Wertung die Befürworter ethisch-moralisch, aber zumindest deren Denkfähigkeit abwerten.

Zur Person
Thomas Sattelberger, 68, war Vorstand bei Deutsche Telekom, Continental AG und Lufthansa Passage. Er gilt als Vordenker zur Zukunft von Arbeit, Bildung und Wirtschaft. Sattelberger ist FDP-Bundestagskandidat für München-Süd.

»Sind wir auf dem Weg in den Nanny-Staat?«

Nein, jedenfalls nicht wegen und durch das bedingungslose Grundeinkommen.

»… zumal sie nicht nur die Frage offenlassen, wie viel BGE kostet und wer es bezahlt, … «

Nun, sie haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht, Herr Sattelberger, denn es gibt bereits etliche Berechnungen, die zeigen, dass das BGE finanzierbar ist.

»… sondern auch, was das für eine Gesellschaft sein soll, die die Existenz von Individuen finanziell absichert.«

Eine gerechtere und vor allem eine konstruktivere, eine freiere und eine sicherere Gesellschaft, als sie es heute ist.

»Ist es noch eine soziale Marktwirtschaft oder doch schon das naive gesellschaftliche Modell eines Nanny-Staats, in dem sich Menschen von der Obrigkeit oder von Tech-Plutokraten alimentieren lassen?«

Man könnte jetzt zurückfragen, was genau an unserer derzeitigen Wirtschaft »sozial« sein soll und könnte das dann lange diskutieren.

Sicher ist, Wirtschaft kann gar nicht (konsequent) sozial sein, so lange sie Marktwirtschaft und vor allem profitorientiert ist.

Aber durch ein BGE wäre die Gesellschaft sozial, weil die weit überwiegende Mehrheit fair und gleichbelastet Allen gleichwertig und gleichbehandelnd die Sicherheit bietet, dass die Existenz und die Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen gleichberechtigt für jeden Einzelnen möglich ist und dass dann dadurch jeder Einzelne gleiche Lebensgrundlagen und damit auch gleiche Entwicklungs- oder zumindest Startmöglichkeiten hat.

»Oder ist es die gefährliche Sehnsucht nach einer Weltregierung, die alle gleich behandelt?«

Ich befasse mich schon lange mit dem BGE, aber dass ein BGE mit einer »Weltregierung« verbunden oder gar gleichgesetzt würde, habe ich noch nie gehört oder gelesen.

Das ist ein inhaltsleerer Spruch und soll nur der Stimmungsmache dienen.
Früher hätten wir gesagt: »Schuster, bleib bei deinen Leisten!«, was so viel bedeutet hat, dass man bei dem bleiben und sich nur zu dem äußern soll, von dem man auch was versteht.

»Das Silicon Valley hat dabei seine ganz eigene Logik. Seine Heroen legen dem oligarchischen Plattform-Kapitalismus eine soziale Maske an und vergesellschaften mit der Ideologie vom Grundeinkommen die sozialen Folgen ihres Unternehmertums.«

Zuerst einmal sprechen die Kollegen da drüben über ihren eigenen Dunstkreis und sind hier (noch) nicht zuständig für die Gestaltung unserer Gesellschaft und unserer Gesetze.

Und dann ist es eine Frage, wie die Umsetzung eines bedingungslosen Grundeinkommens gestaltet wird. Das kann man selbstverständlich auch so machen, dass es bei allen vorhandenen Ungerechtigkeiten bleibt. Aber das wollen die echten Grundeinkommensbefürworter nicht und außerdem läge dann ein solcher Fehler nicht am BGE, sondern an denen, die es umsetzen.

So ist auch diese Äußerung nichts als leeres Gerede, das über Stammtischniveau nicht hinausreicht.

»Diese bizarr-bunte Fangemeinde vereint eine triviale Utopie: Opium für alle. Als könnten wir die Herausforderungen der digitalen Ära mit Geld erschlagen. Brot und Spiele haben den Zerfall des römischen Reichs nur verzögert.«

Nichts, als wieder nur Inhaltsleere.

Wann kommt auch nur ein einziges Argument, das es wert wäre, diskutiert zu werden?

Mit (genug) Geld kann man alles »erschlagen«. Das war schon immer so und ist eine Binsenweisheit, die nur in Frage stellen kann, wer entweder naiv ist oder davon ablenken will, dass in unserer geldbasierten Welt »das liebe Geld«(!) leider das Wichtigste ist, weil – zumindest in unserem sogenannten »hochentwickelten Industrieland« niemand ohne Geld existieren kann.

Und wenn wir Jedem das notwendige Geld zur Existenzsicherung und Teilhabe geben, ist das keine Betäubung (Opium), sondern eine Ermöglichung und Ermächtigung zum selbstbestimmten Leben. Also das Gegenteil von »Weltregierung«.

»Voltaire nannte Arbeit das Mittel gegen Laster, Langeweile und Not.«

Naja… Voltaire ist tot. Schon eine ziemliche Weile. Und seit seiner Zeit haben sich ein paar Kleinigkeiten geändert, wie z. B. technischer Fortschritt und verfügbare Produktionsmengen. Wirkliche Not gibt es bei uns hier schon lange nicht mehr und müsste es auch in anderen Teilen der Welt nicht mehr geben, wenn wir die armen Länder und Menschen nicht absichtlich in Armut halten würden.

Langeweile kennen nur Hartz IV-Empfänger, denen das Arbeiten ausgetrieben wird, weil sie ihr sauer verdientes kleines (Zusatz)Einkommen so lange angerechnet bekommen, bis sie gar keine Unterstützung mehr erhalten. Wo soll da der Arbeitsanreiz sein?

BGE-Empfänger kennen diesen Zustand nicht, weil sie vom Zwang befreit, ihr Leben tatsächlich in die eigene Hand nehmen können und weil ihnen ihr Verdienst nicht wieder weggenommen wird – erst recht, wenn er nur gering ist.

»Die verkürzte Debatte über Geldverteilung verkleistert die viel wichtigere über künftige gesellschaftliche Modelle sozialen Miteinanders und neuer Formen von Arbeit.«

Und hier ist sie wieder: die leere Worthülse, die nichts sagt, aber schwer Stimmung macht.

Wenn sie sich ernsthaft mit dem BGE befasst hätten, wüssten sie, dass gerade das BGE durch seine Ermöglichung von Freiheit und Selbstbestimmung die offene und konstruktive »Debatte über das soziale Miteinander« positiv befeuert und vor allem, dass diese Debatte längst im Gange ist.

Man muss schon sehr wollen, diese Debatte nicht zur Kenntnis zu nehmen…

»In den 1990er Jahren verloren in der US-Automobilbranche und ihrer Zuliefererindustrie Hunderttausende ihre Jobs. Schon damals hat Frithjof Bergmann, Philosoph und Gründer der New-Work-Bewegung, als Antwort auf Arbeitslosigkeit kluge Gedanken geäußert über neue Formen von „Smart Production / Smart Consumption“ flankiert von radikaler Arbeitszeitverkürzung und neuen Formen begabungsorientierter Bildung. In solch differenzierte Gedankenmodelle kann man dann auch die Idee einer Grundversorgung einbetten: als Mosaikstein, nicht als Dreh- und Angelpunkt.«

Die alte Henne-Ei-Diskussion…

Wenn das BGE die Ermöglichung ist, ergibt sich alles, was sie da genannt haben sehr geschmeidig, weil dann die Menschen sehr selbstbewusst entscheiden können, was ihnen wichtig ist, und welche Produktionen und welcher Konsum grundsätzlich unnötig oder sogar unerwünscht sind oder nicht und für welche Bildung sie sich begabt und berufen fühlen.

»Ifo-Chef Clemens Fuest hat recht: Die Vorstellung, wir alle arbeiteten vor allem, um kreativ zu sein und uns selbst zu verwirklichen, ist nur die Debatte einer Elite. Ich ergänze: einer großbürgerlichen, anthroposophisch angehauchten Elite.«

Da stimme ich ihnen sofort und gerne zu.

Aber…

Die unbedingte und bedingungslose Sicherung der Existenz und der Teilhabemöglichkeit sind nicht Folge eigener Arbeit, sondern die Grundvoraussetzung, um überhaupt erst arbeiten zu können – egal, ob gegen Bezahlung oder ohne. Und die eigene Arbeit schafft die Werte, die dann wiederum als BGE an den Nächsten weitergegeben werden können.

Wenn wir die Kette bis zu Adam zurückverfolgen, hatten er und Eva vom lieben Gott zuerst die fruchtbare Erde zur Verfügung gestellt bekommen, bevor sie zu arbeiten beginnen mussten.
Als der Mensch auf die Erde kam, egal, ob von und durch Gott oder aus einer evolutionären Laune von Mutter Natur heraus, gab es Nahrung und keiner musste sie sich »verdienen«.

Der Zwang aus der Bibel-Fehlinterpretation »Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!« ist überhaupt erst mit der Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen und durch das Geld entstanden.

»Der hoffnungslosen Überschätzung intrinsischer Motivation erlag schon der Frühsozialist Charles Fourier 1835 in seinem Werk „Die falsche Industrie“.«

Offensichtlich unterschätzen sie diese intrinsische Motivation…

»Die über sieben Millionen an- und ungelernter Arbeitnehmer in unserem Land haben andere Sorgen.«

Die sich zum größten Teil in Nichts auflösen, wenn ihnen die Existenz und die Teilhabe gesichert, zugestanden und gegeben werden.

Traurig ist, dass ihre vermeintlichen Argumente allein mit Vernunft als substanzlos entlarvt werden können. Das erfordert noch nicht einmal komplizierten Denkaufwand…

Aber eigentlich ist es nicht traurig, sondern einfach nur furchtbar, was für Menschen so zur Gilde der Entscheider gehören…

»Und welches Incentive für Masseneinwanderung das BGE für viele Migranten darstellen würde, liegt auf der Hand. Der Sozialstaat 4.0 mit BGE lässt sich – wenn überhaupt – nur mit hohen Zäunen darstellen.«

Das wiederum ist ein sicheres Zeichen dafür, dass in der Welt etwas nicht stimmen kann, wenn sie einerseits in Zweifel stellen, ob man mit Geld »alles erschlagen« könne und andererseits, glauben, unsere Zäune seien zu niedrig, wenn wir ein BGE hätten.

Wir haben Gesetze, die regeln, wer unter welchen Voraussetzungen bei uns leben darf oder nicht? Was änderte ein BGE daran?

An ihrer Reaktion lässt sich aber erkennen, dass die BGE-Befürworter recht haben, die sich für ein weltweites BGE einsetzen. Und wenn erst einmal das erste echte BGE irgendwo Realität ist, werden die Dominosteine fallen. Und nicht lange danach, brauchen wir ihre Zäune gar nicht mehr, nirgends.

»Robustes Handeln statt naiver Schwärmerei«

Die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens wäre ein robustes Handeln und alles andere als naiv.

Naiv sind Jene, die glauben, mit hohler Bedenkenträgerei und inhaltsleeren Angstparolen sozialen Fortschritt und Menschlichkeit verhindern und unterdrücken zu können.

Ideen, deren Zeit gekommen sind, lassen sich nicht aufhalten.

»Es gibt keinen Grund zu glauben, die Welt, vor allem die deutsche Welt, bestünde nur aus hochmotivierten, lernbegierigen, nach kreativer Arbeit suchenden Menschen.«

Wer hätte das jemals behauptet? Jedenfalls kein echter BGE-Befürworter.

Gegenfrage: Wie Viele sitzen heute demotiviert zu Hause und fühlen sich drangsaliert und gedemütigt, statt eine positive Motivation zu erfahren?

»Nicht jeder ist hochbezahlter Akademiker.«

Ach – sind nur Akademiker was wert und auch nur, wenn sie hochbezahlt sind?

Aber sie haben recht: nicht jeder Akademiker ist hochbezahlt, sondern auch hier ist wieder das Gegenteil ihrer arglistigen Parolen der Fall: Viele Akademiker sitzen als Kanonenfutter in Callcentern und liefern Pakete aus.

»Unser Problem heute sind nicht überintelligente Maschinen, sondern unterqualifizierte Menschen. Es gilt den drastischen Skill Shift zu bewältigen: weg von automatisierbaren Routinetätigkeiten auch im mittleren Qualifikationsbereich hin zu höherqualifizierten analytischen Nicht-Routine-Jobs in High-Tech (MINT: Mathematik, Zukunft, Naturwissenschaft, Technik), High-Touch (Bildung, Gesundheit, Pflege) Kunst und Medien sowie Management. Und vor allem interdisziplinäre Ausbildungs- und Studiengänge, also beispielsweise hin zum Digital-Ökonomen, -Soziologen oder -Mechatroniker.«

Und auf welche Weise wollen sie die von ihnen oben genannten schwach motivierten, wenig lernbegierigen, unkreativen Menschen zu hochmotivierten, lernbegierigen und kreativen Menschen machen?

Wir wollen das machen, indem wir sie von Existenzangst befreien und ihnen damit die Möglichkeit geben, selbstbestimmt herauszufinden, wofür sie sich interessieren, was sie gut können und welchen Lebensweg sie gehen wollen.

Wir wollen sie nicht nach Markterfordernissen verformen, sondern sie selbst lernen lassen, was gut für sie und dadurch auch gut für die Gesellschaft ist.

Denn nur ein Mensch, der nicht von Existenzangst in Konkurrenz gezwungen wird, kann anderen Menschen angstfrei begegnen und sich unbefangen für das Wohl anderer Menschen einsetzen und dadurch für das Wohl der ganzen Gesellschaft.

Leider widerspricht das der derzeit herrschenden Konkurrenz- und Profitdoktrin. Und genau das ist die Ursache für die schreckliche Angst, die Menschen könnten wegen eines BGEs nicht mehr zum Zwecke der Geldanhäufung für wenige Reiche missbraucht und ausgebeutet und unterdrückt werden.

»Bildungsinstitutionen wie Unternehmen stehen in der Verantwortung, den Erwerb interdisziplinärer Fachkompetenz mit unternehmerischer wie ethisch fundierter Lernkultur zu verknüpfen – für eine menschenwürdige Zukunft der Arbeit.«

Zweihundert Jahre technische Revolutionen haben gezeigt, dass das weder wirklich gewünscht noch überhaupt möglich wäre im bisherigen System.

Nichts als leere Worte, wie sie besonders vor Wahlen deutlich zu vernehmen sind, die aber in der Realität niemals ankommen.

Nichts als Lügen…

»Technik hat den Menschen zu dienen, nicht der Mensch der Technik.«

Großartig! Dann befreien wir den Menschen doch vom Zwang und lassen den freien Menschen noch bessere Technik erfinden – damit diese ihm dient und nicht, um ihn noch effektiver auszubeuten.

»Das setzt voraus, dass sich das Bildungsziel des mündigen Menschen, der selbstverantwortlich und selbstbewusst sein (Arbeits-) Leben gestaltet, in der Lernkultur wiederfindet.«

Und genau dazu will das bedingungslose Grundeinkommen beitragen – genau das will es überhaupt erst ermöglichen.

»Die Debatte um das Grundeinkommen kreist ökonomisch verengt um soziale Sicherung in einem Gesellschaftssystem 1.0.«

Wie ich oben an einigen Stellen dargelegt habe und wie noch ausführlicher auf meinem Blog http://www.unruheraum.de nachzulesen ist und wie auch an vielen anderen Stellen offen diskutiert wird, ist genau diese von ihnen behauptete Diskussionsverengung das Gegenteil von dem, was allenthalben stattfindet.

Wieder nur ein weiterer Beweis dafür, dass sie entweder nichts vom BGE verstanden haben oder dass sie nur mit Lügen Angst und Schrecken verbreiten wollen.

Und leider passt Berthold Brecht hier wieder einmal:

»Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!«

»Doch die Technologiewelt 4.0 zwingt Unternehmer, Manager und Sozialpartner zuallererst zur öffentlichen Debatte neuer Gesellschaftsmodelle: Gibt es einen deutschen Sonderweg der „Digitalen sozialen Marktwirtschaft“? Da wird sich schnell zeigen, ob die heutige Koalition aus Sahra Wagenknecht über den anthroposophischen Drogerie-König Götz Werner (dm) bis zu Siemens-Chef Joe Kaeser trägt oder sich in Seifenblasen auflöst.«

Und so entblößt hier wieder jemand die Fratze des Kapitalismus, dem Menschen egal sind, solange ein »Geschäftsmodell« vorhanden ist, das funktioniert.

Dass etwas gut und richtig sein könnte, das nicht in Geld bemessen werden kann und das keinen abrechenbaren Profit abwirft, ist ihnen so fremd, dass sie es sich noch nicht einmal vorstellen können, geschweige denn, dass sie es wollen. Es könnte ja sein, dass ihnen dadurch etwas Geld entgeht…

Dass die dadurch aber vielleicht etwas viel wichtigeres und wertvolleres gewinnen könnten, kommt ihnen gar nicht erst in den Sinn, sie armer Mensch. Eigentlich sind sie bedauernswert.

»Versicherungspflicht – aber nicht in einem Zwangssystem – für alle Erwerbsformen oder der Nachweis eigener Kapitalbildung.«

Na, was soll es denn nun werden – Pflicht aber kein Zwang…?!
Ein bisschen schwanger geht nicht.

»Das Nachplappern simpler Weltformeln führt zu keiner Lösung.«

Lustig, dass sie das sagen, der nichts als inhaltsleere Angstparolen herumruft, die jedem gesunden Menschenverstand widersprechen und der sie sogar Fakten ignorieren oder sogar falsch darstellen.

»Verantwortliche in Politik, Wirtschaft und Medien sollten nicht länger über das bedingungslose Grundeinkommen schwadronieren.«

Stimmt – nicht wie sie, sondern lieber ernsthaft darüber diskutieren.

»Arbeit gibt es in Überfülle.«

Ja, aber leider immer weniger von Menschenhand, die sich rentabel in glitzernde Geldberge ummünzen lässt.

»Nur Opium ist aus.«

Hatten wir auch nie verlangt und erst recht nie angepriesen.

Sehr geehrter Herr Sattelberger,

mit Fug und Recht kann man unterstellen, dass sie über eine gewisse Erfahrung in der politischen Diskussion verfügen und sehr genau wissen, was sie tun und sagen. Deshalb und weil ihre Argumente einer vernünftigen Prüfung nicht standhalten, muss ich leider schlussfolgern, dass ihre Äußerungen zum bedingungslosen Grundeinkommen gezielte, arglistige Propaganda sein sollen.

Sollten ich mich aber irren und sie guten Willens sein und ernsthaft und offen über das bedingungslose Grundeinkommen diskutieren wollen, stehe ich sehr gern für einen weiteren und gern auch ausführlicheren Dialog zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Jahn

Ein Gedanke zu „Replik auf Sattelberger: Für viele könnte das Grundeinkommen zur Falle werden“

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